Rhönklub ZV Florenberg

Der Rhönklub Zweigverein Florenberg e.V. ist einer von 88 Zweigvereinen des Rhönklub e.V., der 1876 gegründet wurde. Im Laufe der Jahre gründeten sich dann die einzelnen Zweigvereine.

Die Vereinsgeschichte des Gesamt-Rhönklubs können Sie auf der Internetseite des Rhönklubs lesen.


   

Chronik des Rhönklub ZV Florenberg e.V.

Lehrer Fritz Fischenbeck aus Pilgerzell hatte seine Zweifel, als er im Juni 1922 gebeten wurde, bei der Gründung eines Rhönklub Zweigvereins seine Unterstützung zu geben. Die Zeit erschien ihm nicht geeignet für einen Verein, der sich der Pflege von Natur und heimatlichem Brauchtum und der Förderung des Naturschutzgebietes Rhön widmete.

Aus heutiger Sicht ist es in der Tat verwunderlich, dass die Wirren der damaligen Zeit solche Bestrebungen hervorbringen konnten. Das Bild Deutschlands war geprägt von Armut und Hoffnungslosigkeit, denn die Folgen des verlorenen Krieges hatten katastrophale Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Die junge Republik stand auf sehr wackeligen Beinen, die politische und wirtschaftliche Situation war derart im Umbruch, dass man glauben könnte, die Leute hätten damals andere Sorgen gehabt als einen Wanderverein zu gründen.

Rhönklub ZV Florenberg


Dennoch konnten die Herren Ignaz Müller und Otto Bildhäuser aus Engelhelms sowie Karl Alt I aus Edelzell Lehrer Fischenbeck von den Erfolgsaussichten ihres Vorhabens überzeugen und es kam am Donnerstag, dem 29. Juni 1922, dem Tag von Peter und Paul, zur Gründungsversammlung des Rhönklub Zweigvereins Florenberg. Abends um sieben Uhr trafen sich 7 Rhön- und Heimatfreunde in der Gastwirtschaft Franz Alt auf dem Florenberg, um den neuen Verein aus der Taufe zu heben.

Unter der Leitung von Fritz Fischenbeck, der bis zu seiner Versetzung nach Fulda 1936 den Vorsitz innehatte, konnte der Verein allmählich sein eigenes Profil entwickeln. Es fanden regelmäßig monatliche Wanderungen statt. 1924 trat man erstmals mit dem Bergfest auf dem Florenberg in die Öffentlichkeit und zu den kulturellen Höhepunkten zählten mehrere Aufführungen des „Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Zusätzlich widmeten sich die Wanderfreunde dem Aufstellen und der Pflege von Ruhebänken im Bereich des Florenberges und der Neuinstandsetzung des Dicken Turmes.

Fritz Fischenbeck bemerkte 1952 dazu im Rückblick: „Das Ziel wurde allmählich erreicht, ... die Liebe zur Heimat verband uns zu Freunden und Kameraden und gab uns Kraft und Stärke, die allgemeinen Sorgen zu bestehen.“

Unter der Naziherrschaft musste sich der Verein auf behördliche Anordnung in den „Bund der Leibesübungen“ eingliedern und während des Krieges ruhte das Vereinsleben vollends. Erst 1946 erteilte die Militärregierung die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit. 54 Mitglieder unter dem Vorsitz von Peter Helfrich aus Edelzell knüpften an die Tradition der Gründungsväter an und das 25jährige Jubiläum konnte festlich begangen werden. Mittlerweile hatten 105 Wanderfreundinnen und -freunde den Weg zum Zweigverein Florenberg gefunden.

Josef Helfrich vom Dicken Turm führte den Verein von 1949, bis er fünf Jahre später zum Gauvertreter gewählt wurde. Ihm folgte Wanderfreund August Breunung, der während seiner 17jährigen Amtszeit den Verein in besonderem Maße prägte. Er war unter anderem der Initiator der Rhönkluballee. Als er 1971 den Vorsitz an Robert Erb aus Bachrain abgab, zählte der Verein etwa 185 Mitglieder.

Mit der Person des Hans-Otto Vogel ist der Rhönklub Florenberg in besonderer Weise verbunden. Zunächst mehrere Jahre als Jugendwart, dann als Schriftführer und schließlich von 1973 bis 1995 als Vorsitzender diente er in selbstloser Weise dem Verein. Die jungen Mitglieder hatten bei ihm immer einen hohen Stellenwert, denn er verschaffte der Jugendgruppe in den sechziger Jahren Respekt und eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb des Vereins. Das heutige Ansehen des Zweigvereins Florenberg ist sicher auch zurückzuführen auf seine Beliebtheit und seine kompetente Vereinsführung.

Aufbauend auf der geleisteten Pionierarbeit wurde der Jugendbereich in den Folgejahrzehnten zunächst von Rita Diel kontinuierlich weiterentwickelt. Unter ihrer Leitung fand in 1977 das erste Pfingstzeltlager statt, das bis heute durchgeführt wird. Stellvertretend für alle Aktiven im Jugendbereich, die ihren Beitrag hierzu geleistet haben, soll hier Jugendwart Ottmar Alt erwähnt werden, der in unermüdlicher Arbeit den Ausbau der Mengelsmühle zum zentralen Zeltlagerplatz und Jugendtreffpunkt vorangetrieben hat. Mit Mehrtageswanderungen durch die Rhön und vielen attraktiven Veranstaltungen bot er einer großen Zahl von Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

Mit dem Abriss der Mengelsmühle, verfügt durch einen unverständlichen Beschluss der Unteren Naturschutzbehörde, erfuhr die Jugendarbeit einen harten Dämpfer. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen, alle Aktiven verloren damit einen zentralen Bestandteil des Vereinslebens.

1996 übernahm Michael Schneider die Verantwortung für den stark geschwundenen Jugendbereich. Er fand einen neuen Zeltplatz für das traditionelle Pfingstzeltlager und organisiert mit einer durchweg verjüngten Jugendgruppe vielfältige Aktivitäten wie Radtouren, Kletterkurse oder Survivaltouren. 1996 fand das 20. Pfingstzeltlager in Grebenhain statt.

Seit 2000 wird im Bürgerhaus Edelzell die Kinderfastnacht ausgerichtet. Sie ist bis heute fester Bestandteil des Veranstaltungsplans.

Mit ihrer ersten Survivaltour im Jahr 2002 nahm die Jugend am ersten Bundeswettbewerb „Junges Wandern“ der DWJ Bund teil und belegte den dritten Platz von knapp 50 Beiträgen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Unterstützung für die Kinder- & Jugendarbeit gab es auch durch die Stadt Fulda. 2005 stellte sie dem Verein den Jugendraum zur Verfügung.

Gerhard Röder löste 1995 Hans-Otto Vogel als ersten Vorsitzenden ab. Er führte den Verein sechs Jahre lang kompetent und ganz im Sinne seiner Vorgänger. 2001 folgte ihm Ottmar Alt, bis zu diesem Zeitpunkt zweiter Vorsitzender. Auf sein Betreiben hin wurden am (ehemaligen) OKAY-Markt in Edelzell ein Schaukasten sowie am Florenberg eine Schautafel mit fünf Rundwanderwegen errichtet. Die Neugestaltung des Dicken Turms mit einer passenden Innenbeleuchtung und das Anbringen von bronzenen Orientierungstafeln auf der Turmkrone gehen ebenfalls auf seine Initiative zurück.

Ein großes Anliegen neben der Jugendarbeit war und ist es Ottmar Alt, Familien den Weg zum Rhönklub zu zeigen. Ab 1995 wurde intensiv daran gearbeitet, auf die Belange dieser Gruppe einzugehen. 1998 fand das 1. Familienwochenende statt, welches bis 2006 immer am ersten Wochenende im September abgehalten wurde. Ab 2001 wurde das Amt des Familienwartes besetzt.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit nimmt im Verein einen hohen Stellenwert ein. Neben den Schaukästen in Edelzell und am Florenberg werden auch regelmäßig Informationen über bevorstehende und Berichte über durchgeführte Veranstaltungen auf der eigenen Internetseite und in den regionalen Online- und Print-Medien in Wort und Bild veröffentlicht.

Seit 2008 trägt der Verein der Tatsache Rechnung, dass 1/3 seiner Mitglieder älter als 55 Jahre sind. Unter Ursula Richter traf sich die Gruppe „60+“ am 8. Mai 2008 zum ersten Mal. Hier sollte besonders für diejenigen, die nicht mehr so aktiv am Vereinsleben teilnehmen können, eine Nische geschaffen werden, um die Gemeinschaft zu pflegen.

Im September 2008 begab sich  die Theatergruppe auf neues Terrain. Mit der Open-Air Aufführung der Passion „Jesus oder Barabbas“ an 10 Abenden mit 60 Akteuren und zahlreichen Helfern wurde am Florenberg ein gigantisches Werk auf die Beine gestellt, welches dem Verein weit über die Region hinaus viel Anerkennung brachte.

2011 wurde am Florenberg viel bewegt. Bei der Teilnahme des Vereins an der Veranstaltung „Mein Verein in hr4“ wurde als Aufgabe ein Barfußpfad am Florenberg angelegt, der bis zum Bergfest 2012 zum „Garten der Sinne“ erweitert wird.  Die bestehende Schautafel am Florenberg wurde vergrößert. Mit der visuellen Illustration der Säulen des Vereins wird allen Interessenten die Struktur und Arbeit des Rhönklub ZV Florenberg e.V. aufgezeigt.

2012 blickt der Kinder- & Jugendbereich auf 35 Jahre Pfingstzeltlager zurück, welches seit 2005 in der Jugendbildungsstätte Schafhausen in der thüringischen Rhön durchgeführt wird. Am 29.06.2012 starten die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen des Vereins mit dem traditionellen Bergfest. Auch der Dicke Turm hat  Jubiläum - seit 30 Jahren ist er im Besitz des Rhönklub ZV Florenberg e.V.

Aktuell zählt der Rhönklub ZV Florenberg e.V. etwa 450 Mitglieder, der Anteil der Kinder und Jugendlichen beträgt etwa ein Drittel. Durch die Leistungen unzähliger engagierter Vereinsmitglieder im Dienste des Rhönklubs und der Natur ist der Zweigverein Florenberg seiner Tradition und seinen Zielen bis in unsere Zeit treu geblieben. Die Theateraufführungen der Laienspielgruppe sind hier ebenso zu nennen wie die Bachpatenschaft der Jugend, der Unterhalt von Ruhebänken und nicht zuletzt die regelmäßigen Wanderungen, zum Großteil mit Erläuterungen oder besonderen Themen.



die 1. Vorsitzenden des Rhönklub ZV Florenberg e.V. von 1922 bis heute
   
1922 bis 1936
1946 bis 1949
1949 bis 1954
1954 bis 1971
1971 bis 1973
1973 bis 1995
1995 bis 2001
2001 bis heute

Fritz Fischenbeck, Pilgerzell
Peter Helfrich, Edelzell
Josef Helfrich, Dicker Turm
August Breunung, Edelzell
Robert Erb, Pilgerzell
Hans-Otto Vogel, Edelzell
Gerhard Röder, Edelzell
Ottmar Alt, Edelzell

 

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