Rhönklub ZV Florenberg

der Dicke Turm

Der Dicke Turm - ein mittelalterlicher Wart- oder Wachturm - ist seit 1982 im Besitz des Rhönklub ZV Florenberg e.V.

Er liegt nordöstlich vom Florenberg und gehört ebenfalls zur Gemeinde Künzell - Gemarkung Dirlos.

Der Dicke Turm ist einer von ursprünglich sieben Warttürmen, die der Fuldaer Fürstabt Heinrich von Hohenberg (er regierte von 1315 bis 1353) in der Nähe von Straßen und Flusstälern zum Schutz von Fulda erbauen ließ. Fünf Warttürme sind noch erhalten, einer davon ist der Dicke Turm, der auch Dirloser Warte genannt wird.

Rhönklub ZV Florenberg


Die Fürstäbte waren zu dieser Zeit in zahllose Fehden und Kriege mit den Nachbarfürsten und dem einheimischen Adel verstrickt. In der Hauptsache waren die Feinde des Klosters Fulda auf wirtschaftliche Schädigung aus. Man raubte Vieh von den Weiden, zerstörte die Frucht auf den Feldern und entführte auch Untertanen. Daher war es notwendig, durch bessere Überwachung der Umgebung auf Angriffe schnell reagieren zu können.

Alle Warttürme liegen östlich von Fulda. Sie erstrecken sich in Form eines leichten Halbkreises von Nordwesten (Zabershof) nach Süden (Rothemann) und boten die Möglichkeit, das durch die Rhönberge unübersichtliche Gelände besser einzusehen. Im Notfall gab man sofort ein entsprechendes Signal zum Schlossturm nach Fulda bzw. zu den benachbarten Warttürmen und an die Bauern auf dem Felde. Die Türme standen im Blickfeld zueinander und die Signale erfolgten in Form von Flaggen- oder Rauchzeichen, in der Dunkelheit durch Feuer. Sie waren in Kriegs- oder Fehdezeiten wohl durchgehend besetzt. Den Turmwärtern konnte niemand etwas anhaben, denn der Zugang lag in 4-6 m Höhe und die Leitern dazu wurden nach oben eingezogen. Wenn Gefahr im Verzuge war, konnten sich die Hirten und Bauern in die Fliehhöfe (Mauern um die Warten) oder hinter Landwehre (undurchdringlich gemachte Hecken) zurückziehen, bis Hilfe aus der Stadt anrückte.

Nach Westen, zum Vogelsberg hin, war die Landschaft mit ihren sanft ansteigenden Hügeln überschaubarer und eindringende Feinde konnten frühzeitig vom Schlossturm aus erkannt werden.

Die sieben Warttürme haben unterschiedliche Mauerstärken, Höhen und Durchmesser. Alle Warttürme hatten jedoch ein kegelförmiges Spitzdach aus Holz gegen Witterungseinflüsse. Diese Dächer sind im Laufe der Jahrhunderte verfallen, als sie nicht mehr gebraucht wurden.

Es wird angenommen, dass der Dicke Turm und die Eichenzeller Warte von demselben Baumeister erbaut wurden, denn beide haben ähnliche Merkmale und Abmessungen. Mit einer Höhe von 14 m zählt der Dicke Turm zu den höchsten. Sein Durchmesser beträgt annähernd 5 m bei einer Mauerstärke von 1,20 m. Der Außenumfang beläuft sich auf 14,50 m. Es wird angenommen, dass der Turm mit dem Spitzdach ursprünglich eine Gesamthöhe von ungefähr 16 m hatte.

Der Dicke Turm steht auf einem Bergrücken (einst Wolfsbühl genannt) zwischen Bachrain und Dirlos. Von seiner Plattform aus (382,78 m über NN) hat man einen wunderbaren Ausblick in die Rhön, ebenso auf die Stadt Fulda und die dahinter liegenden Bergrücken des Vogelsberges. Er wurde 1929 mit einer Außentür, einer Wendeltreppe und einer Plattform versehen und ist seitdem als Aussichtsturm begehbar.

Im Jahre 1982 wurde er dem Rhönklub ZV Florenberg e.V. übertragen, der seitdem für seine Instandhaltung sorgt.

Anlässlich des Bergfestes zum 80-jährigen Bestehen des Rhönklub ZV Florenberg im Juni 2002 wurde neben dem Eingang eine Tafel mit geographischen und historischen Daten angebracht.

Auf der Mauerkrone bieten drei Bronzetafeln dem Betrachter Erläuterungen zu dem unvergleichlichen Rundblick über unsere herrliche Umgebung.

fuldadesign.deRhönklub ZV Florenberg e.V. | Telefon: 0661 45678 | e-Mail | Impressum | Kontakt | Seitenanfang